Gericht in München spricht Urteil über nicht zurückgezahlte Kredite an asiatischen Geschäftspartner
Am Donnerstag wurde der ehemalige CEO von Wirecard, Markus Braun, zusammen mit zwei weiteren Führungskräften des mittlerweile insolventen deutschen Zahlungsdienstleisters zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von 140 Millionen Euro (155 Millionen US-Dollar) verurteilt. Ein Richter am Münchener Gericht bestätigte die Ansprüche des Insolvenzverwalters Michael Jaffe, der argumentierte, dass Braun und die anderen ihre Pflichten verletzt hätten, als sie Kredite an ein Unternehmen in Singapur vergaben, die nie zurückgezahlt wurden.
Fortsetzung eines der größten Unternehmensskandale Deutschlands
Dieses Urteil ist nicht endgültig und stellt ein weiteres Kapitel in einem der gravierendsten Unternehmensskandale Deutschlands dar. Es ist unabhängig vom Hauptverfahren gegen Braun und andere Führungskräfte wegen des Zusammenbruchs von Wirecard. Das Unternehmen meldete im Juni 2020 Insolvenz an, nachdem eine Lücke von 1,9 Milliarden Euro (2,1 Milliarden US-Dollar) in seiner Bilanz entdeckt wurde. Der Skandal lenkte die Aufmerksamkeit auf Politiker, die Wirecard unterstützt hatten, sowie auf Aufsichtsbehörden, die beschuldigt wurden, zu langsam auf die gegen das Unternehmen erhobenen Vorwürfe reagiert zu haben.
Aktuelle rechtliche Auseinandersetzungen
Braun steht derzeit zusammen mit dem stellvertretenden Finanzchef Stephan von Erffa und dem Asia-Vertreter Oliver Bellenhaus in München vor Gericht und wird des Betrugs sowie der Fälschung von Finanzberichten beschuldigt. Braun bestreitet alle Vorwürfe. Im August wurden zudem zwei weitere ehemalige Wirecard-Führungskräfte wegen mehrfacher Unterschlagung angeklagt. Jaffe und Investoren versuchen, in verschiedenen Zivilklagen Schadensersatz von den Managern und Wirtschaftsprüfern von Wirecard zu fordern.
Der Fall Wirecard bleibt ein zentrales Thema im deutschen Finanzsektor und wirft Fragen zur Unternehmensaufsicht und zur Verantwortung von Führungskräften auf.






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