Trotz der Verschiebung des Baustarts für die Chip-Produktion in Magdeburg bleibt Ministerpräsident Reiner Haseloff optimistisch. Er betont die Notwendigkeit, an dem Projekt festzuhalten und eine positive Aufbruchstimmung zu schaffen.
Haseloff: „Wir müssen an diesem Projekt festhalten“
Mit Blick auf den verschobenen Baustart des US-Konzerns Intel für die Chip-Produktion in Magdeburg äußerte sich Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zuversichtlich über die neue Zeitplanung. „Ich weiß, was ich weiß. Und die Fakten, die dafür auch uns zugrunde liegen einschließlich dem Kanzleramt, einschließlich auch in Brüssel, sagen eins: An diesem Projekt sollte und muss aus logischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt festgehalten werden“, erklärte Haseloff in Magdeburg laut dpa-afx.
Politische Stabilität als Grundpfeiler
Er hob hervor, dass die Entscheidung zugunsten Sachsen-Anhalts aufgrund der politischen Kultur, der Stabilität und der Offenheit der Bevölkerung für diese Investition getroffen wurde. „Diese Situation sollten wir auch aufrechterhalten“, so der Ministerpräsident weiter. „Wir brauchen eine Aufbruchstimmung. Es kann doch in Deutschland so nicht weitergehen.“
Arbeitsgruppe soll Stand-by-Modus einrichten
Haseloff forderte einen grundlegenden Wandel: „Wir müssen jetzt einen Break machen.“ Es sei vereinbart worden, dass eine Arbeitsgruppe einen Stand-by-Modus einrichten soll. Diese Gruppe, bestehend aus Vertretern des Bundeskanzleramts, der Staatskanzlei von Sachsen-Anhalt, des Wirtschaftsministeriums und Bauherrn Intel, wird prüfen, welche Aspekte innerhalb der nächsten zwei Jahre aufrechterhalten werden sollen – darunter auch Antragstellungen.
Einzigartiger Status für das Projekt
Der Ministerpräsident betonte zudem, dass Intel als Flächeneigentümer in Magdeburg und Investor einen Anspruch darauf habe, dass Anträge weiterhin bearbeitet werden. Ein Abbruch des Projekts sei für ihn keine Option. Er verwies auf den Status als „einzigartiger Arbeitsstand“, der bereits erreicht wurde. Seine Hausaufgaben habe Sachsen-Anhalt gemacht.

Intel Neubau in Magdeburg vorerst auf Eis (Symbolbild).
Milliardeninvestition und Arbeitsplatzschaffung in Gefahr
Der angeschlagene Konzern Intel hat mitgeteilt, den Neubau seines geplanten Werks im sachsen-anhaltischen Magdeburg vorerst auszusetzen. Der Zeitraum dafür wird auf etwa zwei Jahre geschätzt. Zuvor hatte die deutsche Bundesregierung knapp zehn Milliarden Euro zugesagt, während der erste Spatenstich für dieses Jahr geplant war. Mit dieser Investition wären rund 3.000 Arbeitsplätze geschaffen worden; die Gesamtkosten wurden laut Intel auf etwa 30 Milliarden Euro beziffert, 20 Milliarden von Intel und zehn Milliarden vom Bund.
Intel-Aktie 2024: Ein Jahr der Herausforderungen und erste Anzeichen der Erholung
Im Jahr 2024 hat die Intel-Aktie mit erheblichen Herausforderungen zu kämpfen. Auf fünf Jahre betrachtet, verzeichnete die Aktie einen Rückgang von -57,40 %, während sie auf Jahressicht um -43,96 % fiel. In diesem Jahr allein hat die Aktie bereits -54,68 % an Wert verloren. Dennoch zeigen sich in den letzten Wochen erste Anzeichen einer Erholung: In den vergangenen fünf Tagen stieg der Kurs um +16,83 %, und auch im Monatsvergleich konnte ein Plus von +2,94 % verzeichnet werden. Zudem legte die Aktie am letzten Handelstag um +8,81 % zu. Analysten vermuten, dass die Entscheidung, den Bau des neuen Werks in Magdeburg vorerst abzulehnen, möglicherweise für eine bessere Stimmung unter den Investoren gesorgt haben könnte, da dies dem Unternehmen mehr Zeit gibt, seine Strategie zu überdenken und sich auf eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit zu konzentrieren.






Hinterlasse einen Kommentar