Was ist Crowdinvesting?

In der „Was ist..“-Reihe beleuchtet Finanu heute das Thema „Crowdinvesting“. 1.000 Euro für ein Buchdruck, 2.500 Euro für die Aufnahme einer neuen CD – diese und viele weitere Projektebeispiele kennen wir als normales Crowdfunding. Du unterstützt das Projekt und bekommst für deinen Beitrag ein Dankeschön. Aber was ist jetzt Crowdinvesting? Dieser und weiteren Fragen geht Finanu auf den Grund:

Mit dem „normalen“ Crowdfunding ist das Crowdinvesting passend vergleichbar. Als Dankeschön erhälst Du diesmal keine Dankespostkarten oder eine Baumwoll-Tasche sondern – wenn es Crowdinvesting für Startups ist entsprechend deiner Investition Anteile am jeweiligen Startups.

An sich ist Crowdinvesting eine deutsche Bezeichnung. Übersetzt kannst Du diese als Crowdfunding mit Gewinnbeteiligung verstehen. Denn beim „normalen“ Crowdfunding wirst Du nicht am Gewinn beteiligt oder erhälst eine Rückzahlung.

Bei einem Immobilien-Crowdinvesting ist die Bezahlung abhängig vom Projekt und vor allem von der Plattform. Teilweise können die Vergütungen von Zinsen bis zu Beteiligungen am Verkaufserlös variieren. Kurz zurück zu Startups: auch hier kann es verschiedene Modelle geben. Statt Anteilen bekommst Du von etablierteren Unternehmen beispielsweise Zinsen auf dein Investment.

Crowdinvesting ist in vielen Branchen nützlich, neben Startups und Immobilien:

  • Kleine und mittlere Unternehmen (mittelständische Unternehmen)
  • Regenerative Energien
  • Filmproduktionen
  • Kunst
  • Medizintechnik

Ist dein Projekt erfolgreich, so profitierst Du vom Erfolg als Crowdinvestor davon. Angestrebt wird bei Startups ebenfalls der Exit. Also die Übernahme durch ein größeres Unternehmen oder der Börsengang.

Bei den anderen Bereichen können Zinsen gezahlt werden, Du von den Gewinnen profitieren oder eine andere individuelle Form der Rückzahlung erhalten.

Eine sehr gute Übersicht verschiedener Plattformen findest Du hier! Dort kannst Du bequem filtern ob Du lieber das klassische Crowdfunding oder Crowdinvesting vornehmen möchtest.

Anschschließend kannst Du, wenn Du möchtest, optional einen Fokus festlegen. Lieber Soziales, der Sport, Privatkredite oder doch lieber in Immobilien, den Mittelstand und Startups investieren? Oder wenn Du von Energie nur so sprühst wäre wohl der Energiefokus passend.

Und zum Schluss: das Land auswählen. Die Crowdszene ist international. Wähle deine Präferenz kurzerhand selbst aus oder bleibe offen für alles.

 

Da sich die Beteiligungskonditionen stark unterscheiden solltest Du eines noch wissen: in der Mehrzahl der Plattformen sind dennoch Nachrangdarlehen in Verwendung. Hier bist Du im Falle einer Insolvenz des Projekts zwar ein „Gläubiger“, aber durch den Nachrang erst nach den „größeren“ Gläubigern an der Reihe, eventuell dein Geld wiederzusehen. Vorrangige Gläubiger sind beispielsweise Banken oder andere Kapitalgeber des Projekts/ Unternehmens.

Du solltest daneben für Crowdinvestings Zeit mitbringen. Die Haltezeit, da sich Projekte nicht von heute auf morgen stark entwickeln, sondern Zeit benötigen, beträgt je nach Bereich mehrere Jahre. Zwei Beispiele:
Ein Haus kannst Du nicht in einer Nacht bauen. Wenn Du also in Immobilien-Crowdinvestings investierst, solltest Du zwischen 2 bis 3, manchmal auch 5 Jahre Geduld zeigen können.
Startups. Neue Geschäftsmodelle oder der Eintritt in neue Märkte kann seine Zeit benötigen. Hier empfiehlt sich die Geduld auf 5 bis 8 Jahre zu trainieren.
-> Viele Plattformen ermöglichen – wenngleich nicht aus eigener Hand – den Verkauf und Übertrag von Anteilen. So kannst Du eventuell bereits vorzeitig deine Anteile verkaufen.

Und: einige Startups gehen leider schon vor den 5 Jahren insolvent. Deine Investition in Startup kannst Du unter Umständen total verlieren.

Jetzt kannst Du wirklich loslegen! Viel Spaß beim Crowdinvestieren.